Azure VM Disks nach Managed Disks konvertieren

Azure Unmanaged Storage vs. Manage Storage

Definition

Jede Virtuelle Machine (VM) hat eine Festplatte (vhd). Die vhd wiederrum benötigt Storage. Bisher war es so, dass man sich selbst um den Storage kümmern musste. Es gibt bereits seit einiger Zeit die Funktion Managed Disks, um dessen Provisionierung von Storage ich mich zukünftig nicht mehr kümmern muss. Es hat aber noch weitere Vorteile wie:

  • Dedizierte IOPS
  • Verfügbarkeit (99,999%), da immer im gleichen Availability set

IOPS

Je nach Storage Account hat man ein Limit an IOPS, z.B. bei Standard Storage sind es 500 IOPS, ca. 60 MB/s. Damit man also auf ein entsprechend hohen Durchsatz kommt, kann man natürlich Premium Storage nehmen. Hier sind die IOPS abhängig von der Disk Größe, erst bei Disks größer > 128 GB habe ich 2.300 – 7.500 (4 TB).
Typischerweise skaliert man über zusätzliche Disks und verbindet diese über die Windows Storage Spaces, z.B. acht Disks > 128 GB je 2.300 IOPS = 18.400 IOPS.

Bisher musste ich dann aber auch acht Storage Accounts erstellen, für jede einzelne Disk. Managed Disks übernimmt das.

Verfügbarkeit

Azure Unmanaged Storage vs. Manage Storage
Zeigt den Single Point of Failure bei unmanaged Disks, selbst bei Verwendung von Availability Sets, kann der Storage in der gleichen Fault Domain liegen.

Die Grafik zeigt folgendes Szenario, nehmen wir an, Sie haben eine hochverfügbare Umgebung – Datenbank. Daher haben Sie drei virtuelle Maschinen erstellt, um zu gewährleisten, dass mindestens eine verfügbar ist. Sie ein Availability Set erstellt, und alle VMs dort plaziert, dies soll sicherstellen, dass diese drei VMs in unterschiedliche Fault Domains verteilt werden (Strom, Netzwerk, …etc) – jedoch berücksichtigt das bei unmanaged Disks eben nicht den Storage. So konnte im Worst-Case der Storage ausfallen, auf dem die vhds aller drei VMs plaziert sind, über die Auswirkungen muss ich nicht weiter sprechen.

Managed Disks eliminiert dieses Risiko stellt sicher, dass der Storage auch entsprechend der Fault Domains verteilt wird.

Konvertierung / Migration

Vorher VM stoppen.

Über folgende PowerShell die VM konvertieren:

Azure Managed Disks Conversion
Zeigt die Konvertierung auf PowerShell einer Unmanaged Disk zu einer Managed Disk.

Alternativ kann man dies mittlerweile auch über die Oberfläche erledigen:

AzureVMMigrate
Migration einer Azure VM zu Managed Disks

Anschließend startet die VM automatisch.

Zusammenfassung

Ich empfehle zukünftig nur noch Managed Disks zu verwenden. Die Provisionierung ist vereinfacht und die Verfügbarkeit ist besser. Womöglich müssen Sie bestehende Provisionierungsskripte um diese neue Möglichkeit anpassen.

Sofern über die o.g. Funktion konvertiert wird, hat man trotzdem noch über den Storage Account auf die vhd Dateien Zugriff, erstelle ich eine Managed Disk von vornherein, dann ist der Zugriff anderweitig möglich.

Referenz

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Autor: Dennis Hobmaier

Dennis Hobmaier ist Solution Designer bei Kapsch BusinessCom AG. Er hat über 15 Jahre Erfahrung in IT-Enterprise Umgebung aller Größenordnungen und bedient Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Als MCSE SharePoint hat er tiefgreifende Kenntnisse in den Bereichen Microsoft Active Directory, Windows, SharePoint und Office 365. Gerne teilt er seine Projekterfahrung mit Ihnen.

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