Migration von Blogger auf Azure WordPress

Screenshot Homepage

Diesmal in eigener Sache, ich habe meinen Blog von Google Blogger auf WordPress migriert – gehostet auf Microsoft Windows Azure. In diesem Artikel beschreibe ich das Vorgehen und was man Wissen muss, um WordPress auf Azure zu hosten.

Status Quo

Meinen Google Blog habe ich nun seit September 2013 live, natürlich mit eigener Domain. Seither hat sich viel getan, Inhalte sind hinzu gekommen, Widgets wurden platziert, SharePoint eingebunden, da wo Blogger aufhört.

Hier noch ein paar Statistiken (Stichtag 20.03.2017)

  • 97.710 Seitenaufrufe
  • Durchschnittliche Besuchszeit 3:35 Minuten
  • Durchschnittliche Seitenladezeit 6,57 Sekunden
  • 23,4 % wiederkehrende Besucher
  • 76,6 % neue Besucher
  • 85 % der Besucher aus dem deutschsprachigen Raum
  • Beliebtester Browser Chrome – gleichzeitig einer der langsamsten (31,80 %)
  • Betriebssystem #1 = Windows (64,31 %)
  • Mobiles Betriebssystem #1 = iOS (63,04 %)

Anforderungen

Es wurde gestückelt, die Integration nach SharePoint (Public Website) abgekündigt, und ich wollte ein neues, einheitliches Layout.

WordPress ist ja eine gigantische Plattform, nicht nur für Blogger, auch laufen tausende Firmenwebsites darunter – oft erkennt man es einfach nur nicht mehr, da einfach ein anderes Theme verwendet wird. Ich kannte also schon die Flexibilität und arbeite auch viel mit Microsoft Tools zusammen. Daher viel die Wahl auf WordPress + Hosting in Azure. Das mag zwar nicht die günstigste Variante sein, dennoch sehe ich die Vorteile in Azure:

  • Zertifizierte Rechenzentren
  • Hohe Verfügbarkeit
  • Einfache Administration
  • Skalierung bis ins Unendliche möglich
  • CDN
  • … und weil ich es liebe mit Kanonen auf Spatzen zu schießen 🙂

Für die Verwendung einer benutzerdefinierten Domain, und für etwas mehr Power, wird in Azure ein kostenpflichtiger App Plan benötigt (z.B. Basic oder Standard 1). Eine ClearDB MySQL Datenbank ist bis 20 MB kostenlos, wobei das nicht wirklich viel ist – für einen kleinen Blog reicht es aber.

Trotzdem darauf achten, dass Datenbanktools installiert sind – die halten die Datenbank schlank und schnell (z.B. Optimize Database oder WP-Optimize)

Die Entscheidung ist gefallen, daher musste ich nur noch Google Blogger auf WordPress migrieren…

Migration

Damit die Migration von Blogger auf WordPress nahtlos ineinander geht, folgen Sie einfach diesen Schritten.

Vorbereitung

  • WordPress installieren (über Azure ein Kinderspiel)
  • Konfiguration
  • Inhalte umziehen
    Hier kann ich nur wärmstens den „Blogger Importer Extended“ – empfehlen. Denn im Gegensatz zu dem Standard Import, nimmt dieser alle Mediadateien, Tags und Seiten mit. Außerdem passt dieser gleich die Links aller Mediadateien (wie Bilder) automatisch an, so dass anschließend nichts mehr auf Blogger verweist. Kostenlos und Spende freiwillig 🙂
  • Testen
  • Backup einrichten (nichts ärgerlicher wenn man zwei Tage zum Einrichten benötigt und dann etwas passiert…)

SEO – und URL’s

Ganz wichtig ist es, dass die URL’s beibehalten werden, denn würden sich alle ändern, straft Google das im Ranking ab und man verliert Besucher:

  • URL’s überprüfen
    URL Länge, ggf. die häufigst aufgerufenen Seiten manuell überprüfen, um 404 zu vermeiden
  • Permalinks konfigurieren
    In Blogger enden alle Einträge auf .html – daher muss man in WordPress unter Einstellungen – Permalinks – auf Benutzerdefiniert wechseln und das Format /%year%/%monthnum%/%postname%.html verwenden (siehe Screenshot 1):
WP Permalinks
Screenshot 1: WordPress Permalinks Konfiguration

Tools

Hier ein paar der wichtigsten Tools in Bezug auf die Migration – natürlich gibt es viele Plugins für WordPress, ich selbst nutze auch einige mehr. Im Abschnitt Referenz ist ein Verweis auf einen Blog Beitrag mit Plugin Empfehlungen (sehr gut).

Redirect Manager

Zusätzlich zu den Permalinks, gibt es noch ein paar spezielle URL Formate. Blogger hängt für mobile Ansichten ein „?m=1“ an, das führt bei WordPress auf einen 404 not found, daher muss diese auf dies entfernt werden. WordPress unterscheided zum Glück nicht zwischen mobilen Ansichten und normalen. Das Theme ist responsive und passt sich einfach an. Außerdem sind Pages/Seiten anzupassen, in Blogger /p/Uber-mich.html jetzt /Ueber-mich (also eigentlich Blogger geht es wieder um .html und das /p/).

Ich habe das Tool „Safe Redirect Manager“ verwendet und mit der Google Search Console ebenfalls nach Fehlern gesucht und bei der Gelegenheit behoben.

Performance – Caching

Unbedingt zu empfehlen ist ein Caching Plugin wie, W3 Total Cache oder WP Super Cache – diese generieren HTML Seiten, damit die Abfragen gegen die Datenbank reduziert werden, und Inhalte schneller ausgeliefert werden können. Beide unterstützen CDN, siehe nächster Punkt.

Performance – CDN

Akamai – A dream comes true

Ich hätte niemals gedacht, dass es so einfach sein wird, Dateien auf einem Content Delivery Network, wie Akamai oder Verizon, auszulagern. Wer das nicht kennt, darüber werden Websiteinhalte wie Skripte, Bilder und Uploads so nah an den Benutzer gebracht wie es nur geht. Damit wird die Seite schneller geladen, was auch in einem besseren Ranking für die Suchmaschinen niederschlägt (SEO).

Azure Traffic Manager

Wer seine WordPress Seite besonders ausfallsicher haben möchte, oder viele dynamische Inhalte hat und diese weltweit anbieten möchte, der sollte einen genaueren Blick auf den Azure Traffic Manager werfen. Dieser kann eine WebApp (z.B. WordPress) innerhalb eines Rechenzentrums, als auch überregional skalieren und routet Anfragen zum einem Rechenzentrum mit geringster Distanz des Anfragenden.

Go-Live

Hierzu im DNS die Domain umschalten, entweder den CNAME oder per A Host record. Da generell DNS Änderungen eher träge sind, und von der TTL (Time-to-live) abhängig sind, können durchaus mehrere Stunden bis Tage vergehen, bis tatsächlich auf die neue Seite geroutet wird – für jedermann.

Teilweise kann man es beschleunigen, wenn man per „ipconfig /flushdns“ den DNS-Cache leert, ggf. Router oder Cache am DNS Server leert einen anderen Rechner im Netzwerk verwendet, der die Website noch nicht aufgerufen hatte.

Referenz

Autor: Dennis Hobmaier

Dennis Hobmaier ist Senior Consultant bei Solutions2Share. Er hat über 15 Jahre Erfahrung in IT-Enterprise Umgebung (10 - 50.000 Clients) und bedient Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen. Als MCSE SharePoint hat er tiefgreifende Kenntnisse in den Bereichen Microsoft Active Directory, Windows, SharePoint und Office 365. Gerne teilt er seine Projekterfahrung mit Ihnen.

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